Lesen lernen – die schöne neue Uhr

Lesen lernen für kinder - Die schöne neue Uhr

Auch Uhren muss man irgendwann lesen lernen, meinst du nicht? Die kleine Geschichte von Lisa erzählt, warum es ganz nützlich sein kann, die Uhr lesen zu lernen. Und zwar … richtig lesen zu können. Lesen lernen ist nicht so leicht. Kinder, Kinder … Oder doch? Kleine Geschichten eignen sich zum Lesen lernen am besten. Lesen lernen für Kinder – und zwar durch Geschichten.

Die neue Uhr

Es war ein schöner Sonntag im September. Lisa war gerade eingeschult worden, und heute hatte sie Geburtstag. Sieben Jahre wurde sie alt. Die Eltern hatten ihr versprochen, an diesem Tag eine Radtour mit ihr zu machen. Vorher durfte sie noch ihren Geburtstagstisch bestaunen. Unter einem großen Strauß bunter Astern fand sie einen Kilometerzähler für ihr Fahrrad, den ihr der Vater noch vor der Abfahrt anbauen musste. Das allerschönste war aber eine Armbanduhr. Auf dem Zifferblatt war auf der einen Seite der Mond, auf der anderen die Sonnen. Dazwischen zeigte die Uhr auch den Wochentag und das Datum an. Heute war Sonntag, der 11.September. Für Lisa war das ein so aufregender Tag, dass sie abends gar nicht ins Bett gehen wollte. "Du musst doch morgen wieder früh aufstehen und in die Schule", drängelte die Mutti. "Dann musst du doch ausgeschlafen haben". Am nächsten Morgen war Lisa wirklich noch etwas verschlafen, als ihre Freundin Bärbel sie zur Schule abholte. "Schau mal, was ich habe", zeigte Lisa stolz ihre neue Uhr. "Da kann man auch das Datum einstellen, wenn der Monat mal nur 30 Tage hat". Sie zog an der Krone, der kleine Schraube an der Seite, und führte vor, wie sie das Datum verändern konnte. Unbemerkt hat sie dabei aber auch den großen Zeiger ein bisschen zurück gedreht. Das sollte noch böse Folgen haben. Munter schlugen die beiden Mädchen den Weg zur Schule ein. Als sie am Spielplatz vorbei kamen, konnten sie der Wippe nicht widerstehen. Rauf und runter, ging es, rauf und runter… Bärbel drängelte: "Wir müssen uns beeilen, damit wir nicht zu spät kommen". Lisa schaute zur Uhr und meinte, es sei erst halb acht. Sie wusste ja nicht, dass sie den großen Zeiger verstellt hatte. "Na gut", meinte Bärbel, "dann gehen wir aber noch zu der großen Scheibe, auf der man so schön schwindlig wird". Danach bummelten sie langsam zur Schule. An der Straße vor dem Schulhof mussten sie etwas warten, bis sie eine Autolücke fanden, um auf die andere Seite zu kommen. Sonst stehen hier immer Schülerlotsen, die den Gang über die viel befahrene Straße ungefährlich machen. Auf den Schulhof staunten sie, der war ganz leer. Das fanden sie komisch. Sonst warteten doch so viele Kinder darauf, reingelassen zu werden. Auch im Schulhaus war es ganz ruhig. Das war schon etwas unheimlich. Die Tür zu ihrer Klasse machten sie ganz vorsichtig auf. Da saßen alle Kinder und schrieben, vorne stand die Lehrerin und begrüßte sie nicht so freundlich wie an den anderen Tagen. "Wo kommt ihr denn jetzt erst her?" Ganz kleinlaut klang ihre Antwort: "Wir waren noch auf dem Spielplatz. Aber es ist doch noch gar nicht acht", zeigt Lisa ihre schöne neue Uhr. Die Lehrerin meinte nun schon etwas freundlicher: "Komm mal nach der Stunde zu mir, dann stellen wir deine Uhr wieder auf die richtige Zeit. Nun aber schnell hinsetzen und mitmachen!"

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